Die
Geschichte des American Paint Horse
Unter den
ersten Pferden, die der Spanische
Seefahrer und General Cortes im 16.Jahrhundert mit in die
neue Welt brachte, waren schon zwei Schecken.
Auch heute noch findet man unter den wild lebenden
Mustangs gescheckte Pferde.
Besonders die Indianer schätzen die bunten Pferde, denen sie magische
Kräfte zuschrieben.Ein Schecke hat durch seine ganz individuelle
Zeichnung einen besonderen Reiz. Keine zwei Pferde haben völlig
identische Abzeichen. Das macht sie zu wirklichen Einzelstücken.
Seit 1942 trug die American Quarter Horse Ass. keine Pferde mit
"Farbe" mehr bei sich ein, obwohl einige ihrer Gründerhengste
selbst
Anzeichen von Farbgenen hatten. Daher fielen aber auch später aus
einfarbigen Quarter Horse Eltern immer wieder einmal Overo Fohlen.
Solche Fohlen nennt man Crop Outs. Sie treten von nur ganz
wenig gezeichnet bis zu "wild colored" -
also ganz bunten, in allen Schattierungen der Paints auf.
Die Preise für schön gezeichnete Paints, haben sich in den letzten Jahren in
USA verdreifacht. In Deutschland gibt es ca. 1.200 registrierte Paints
in den übrigen Europäischen Ländern noch einmal zusammen
ca. 800. Jährlich werden ca. 150 Fohlen geboren.
Es herrscht eine gute Nachfrage nach schön gezeichneten Pferden.
Regular Registry
Alle Paints, deren weiße Abzeichen über die bei den Quarter Horse
erlaubten, hinausgehen und die einen Körperflecken von mindestens 3 cm,
Durchmesser mit darunterliegender unpigmentierter (rosa) Haut haben,
werden als Regular Paint Horses eingetragen.
Nach dieser Definition ist also auch ein Pferd mit einem Bauchfleck
einem hoch weißen Bein oder einer Laterne schon ein Schecke.
Tatsächlich sind solche Abzeichen ein Hinweis auf ein vorhandenes
Scheck-Gen. Die Mehrzal der regular eingetragenen Pferde
sind natürlich großflächig gezeichnet -
in USA nennt man das loud colored.
Oft entscheidet also ein Zentimeter mehr oder weniger weiß
über einige tausend Mark an Marktwert. Denn auf den Paints Shows
können nur regular eingetragene Pferde gestartet werden. Für die
einfarbigen Paints werden zwar auch eigene "breeding stock"
Klassen
angeboten, aber World Champion können sie nicht werden. Das ist auch
ein kluger Entschluß gewesen, so sind die herausragenden Vertreter
der Rasse auch gleichzeitig typische Paint Horses mit der
dazugehörigen Fellzeichnung.
Das Exterieur
Es gibt, bis auf die Fellzeichnung, keinen wesentlichen Unterschied
zu dem Exterieur des Quarter Horses.
Die Paints haben jedoch noch einen stärkeren Fremdblutanteil,
als die Quarter Horses, da sie noch bis in die späten 60er Jahre
auch andersrassige Pferde miteingetragen haben. Einigen Paints
sieht man das heute noch an: sie sind größer, starknochiger und
länger im Rücken als die Quarter Horses. Die meisten Paints
entsprechen aber im Typ und Eigenschaften heute
ganz dem Quarter Horse.
Die Fellzeichnung
Alle Schecken haben eine Grundfarbe und darüber hinaus
weiße Abzeichen. Sie werden so geboren und die Abzeichen
ändern sich nicht mehr. Wie bei einfarbigen Pferden sind die
dunklen Flecken von z.B: schwarz/weißen Schecken im Fohlenalter
noch mausgrau und werden erst später lackschwarz.
Aber weiße
Flecken stellen sich bei einem einfarbigen Fohlen auch später
nicht mehr ein.
Beim Paint kennt man die gleichen Grundfarben, wie beim
Quarter Horse - siehe dort.
Der Tobiano
Beim Tobiano handelt es sich um ein Pferd, dessen weiße Abzeichen
die Rückenlinie kreuzen. Der Kopf ist meist dunkel und hat die
gleichen Abzeichen von Stern bis zur Blesse, wie bei einem
einfarbigen Pferd.
Oft sind alle vier Beine weiß, er hat aber zumindest große weiße
Abzeichen an den Beinen. Mähne und Schweif enthalten zumeist sowohl
farbige als auch weiße Haare. In der Regel hat er auch dunkle
Flecken in den Flanken.
Das Tobinao Gen vererbt sich dominant. Das bedeutet, ein Pferd,
das ein Tobiano Gen (heterozygot) in seinem Erbgut trägt ist auch
selber bunt, da dieses eine Tobianogen das andere Gen für Einfarbigkeit
dominiert. Da der genetische Code in jedem Lebewesen doppelt angelegt
ist, sind Pferde mit zwei Tobiano Genen reinerbig (homozygot).
Ein einfarbiger Paint aus Tobinano Vorfahren trägt kein Farbgen
mehr und vererbt entsprechend nicht mehr bunte Fohlen als ein
Quarter Horse. Ca.75 % aller Paint Horses sind Tobianos.
Der Overo
Die restlichen 25 % stellen die Overos da. Sie sind also wesentlich
seltener. Bei der Overo Zeichnung kreuzt das weiß nicht die Rückenlinie.
Overos haben oft große weiße Abzeichen am Kopf bis hin zur
Laterne mit blauen Augen. Keine Sorge, die blauäugigen Pferde
sehen in der Regel genausogut, wie dunkeläugige Pferde.
Der Overo erscheint meist als dunkles Pferd mit zerrissenen weißen
Flecken, an Körper und Hals. Seine Beine sind dunkel und haben nicht
mehr Abzeichen, wie bei einfarbigen Pferden üblich. Mähne und
Schweif sind in der Regel farbig und enthalten keine weißen Haare.
Diese Zeichnung ist seltener, weil das Overo Gen nicht dominant
sondern rezessiv vererbt wird.
Das bedeutet, ein Pferd kann ein Overo Gen tragen ohne, daß es
selbst bunt ist. Dadurch ist es ebenfalls möglich, daß aus zwei
einfarbigen Eltern ein Fohlen mit Overo Zeichnung geboren wird (crop out).
Paart man
z.B. einen Overo Paint mit einem Quarter Horse, so
hat man eine ca. 45 % Chance (andere Quellen geben bis zu 65% an)
ein Overo Fohlen zu erhalten. Die Anpaarung von zwei Overos miteinander
birgt die Gefahr ein nicht lebensfähiges weißes Fohlen zu erhalten.
Der Tovero
Ein Tovero trägt sowohl ein Tobinao Gen als auch ein
Overo Gen in sich und vererbt entsprechend auch beide Farbmuster.
Toveros haben meist großflächige Abzeichen an Kopf und sind hochweiß
an den Beinen. Wie beim Tobinao kreuzt das
Weiß die Rückenlinie.
Insgesamt ist die Zucht von guten Paints also eine Wissenschaft
für sich, gepaart mit einem guten Quentchen Glück, das man als
Züchter immer braucht.Was natürlich den Marktwert des loud
colored Overo beträchtlich anhebt, denn er wird nur selten so ideal
gezeichnet geboren, wie man sich ihn wünscht.
Man kann die Tobianos jetzt testen und die reinerbigen als s
olche am gentischen Code erkennen. Seit es diese Möglichkeit gibt,
muß niemand mehr ein einfarbiges Fohlen bekommen, sofern er einen
reinerbigen Hengst oder eine solche Stute zur Zucht einsetzt.
Die Paints im Sport Paint Horses werden in allen bekannten
Disziplinen der Westernreiterei geritten und vorgestellt.
Sie unterscheiden sich in Rittigkeit und Wesenstärke
nicht von den Quarter Horses.
Bei den Cutting Pferden (NCHA) und Reining Pferden (NRHA)
hat es immer schon einige erfolgreiche Paint Horses gegeben.
Danke an Ekkehard!!!